Urwaldschutzprojekt in Paraguay braucht Eure Hilfe: Pro Cosara

Weiter Fahren in Chile ab 08.05 (Sonstiges)

Lola, Donnerstag, 30. April 2020, 20:35 (vor 25 Tagen)

Hallo, we hat eine Ahnung ob es möglich ist ab 08 May, nach dem Lockdown weiterzufahren, richtung Nord Chile?

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Weiter Fahren in Chile ab 08.05

Geo ⌂ @, Santiago de Chile, Donnerstag, 30. April 2020, 23:25 (vor 24 Tagen) @ Lola

Schwer zu sagen, Lola:

ich hab' leider keine Info mehr gekriegt vom Norden, wo ein Gestrandeter - wollte Grenzen passieren - in jeder Minute abbrechen und kehrt machen wollte; in dem Fall wollte er bei uns unterstellen und heimfliegen. Was Campingplätze anbelangt sind die mir bekannten alle zu und lassen offenbar nicht rein, ebenso die Nationalparks; anders als in Mitte / im Süden ausser ebenso geschlossenen Nationalparks, siehe einzelne Beiträge vom Thread "Weiterkommen in Chile". Wildes Campen geht vielleicht, aber gewisse kleine Ortschaften werden dich nicht von der Panamericana runterlassen; sie sperren die Einfahrten.

Ideal wär mehr und aktuelle Auskunft zu haben, gibt es aber m.W. nicht; oder besser noch, Info von Overlandern die vielleicht doch vorankommen.

Grüsse aus Santiago
Geo Gerd

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Marion, Freitag, 01. Mai 2020, 14:46 (vor 24 Tagen) @ Geo

Hallo. Diese Info ist zwar nicht aktuell, aber sie wird sich nicht großartig verändert haben. Meine kurze Beschreibung. Wir wollten über den Paso San Francisco wieder nach Argentinien einreisen, wo man uns nicht mehr weiterfahren lassen hat, weil die Grenzen wegen Corona geschlossen wurden. Also sind wir zurück und fuhren dann an der Küste hoch und wollten ursprünglich bis nach San Pedro de Atacama. Die Spritversorgung war bis dahin gut und ich glaube, weiß es aber nicht definitiv, dass die Versorgung noch vorhanden ist. Wir haben eine chilenische Zahnärztin zur Freundin, die immer wieder nach La Serena fährt und dort neben Santiago de Chile praktiziert. Selbst jetzt kann sie mit Genehmigung fahren, also wird es auch Sprit geben. Und wenn ich sehe, wie viel Verkehr hier in Monte Patria ist, dann muss es noch ausreichend Benzin und Diesel geben. Hier scheint selbst die Ausgangssperre nicht richtig zu funktionieren, denn hier ist nachts ein Verkehr - unglaublich!
Unser Freund hat ein Speditionsunternehmen. Auch seine Lkw sind ständig unterwegs. Also gibt es Sprit.
Was die Wasserversorgung in der Atacama angeht, die ist schon lange schlecht und wird sich auch nicht zum Besseren ändern, da die Minen sehr viel Wasser benötigen, um Gold und Kupfer zu Tage zu bringen. Wir sind bis nach Antofagasta gefahren und hatten Schwierigkeiten an Trinkwasser für unsere Tanks zu kommen. Wir nutzen die Wasserversorgung gleichzeitig, wenn wir Diesel tanken. Doch keine Tankstelle wollte uns Trinkwasser geben. Sogar, als wir für das Wasser bezahlen wollten, hat man uns abgewiesen. Es wurde beinahe zu einem Spießrutenlauf. Als wir einen Stadtangestellten gesehen haben, wie er die Blumen am Straßenrand wässerte, haben wir ihn gefragt. Es war Trinkwasser, so seine Zusicherung, aber wir konnten nicht mitten auf der Straße anhalten, um dort unsere Tanks zu befüllen. Also haben wir weitergesucht. Als wir an einer letzten Tankstelle einen Versuch starteten, hatten wir Glück. Wir haben kostenlos Trinkwasser bekommen, aber nur, weil wir 300 Liter Diesel getankt haben. Aber vielleicht würde man es dort auch machen, wenn man dafür bezahlen würde.
In San Pedro de Atacama soll die Trinkwasserversorgung noch schlechter sein. Also haben wir uns entschlossen, den Rückzug anzutreten. Wir kennen San Pedro de Atacama ja schon.
Dann verschärfte sich zunehmend die Situation. Wir hatten ständig Sanitärkontrollen, die aber glimpflich abliefen. Anfangs haben wir in der Nähe eines kleinen Ortes an der Küste gestanden, abseits von der Zivilisation. Wir sind nur zum Einkaufen in den Ort gefahren. Letztlich sind wir auch hier irgendwann weitergefahren. Zum Glück sind wir noch bis Monte Patria gekommen, wo wir chilenische Freunde haben. Hier stehen wir jetzt und warten und warten. Am 08.06. laufen die Visa und das TITV ab. Wir kümmern uns gerade um Informationen. Ich hoffe, ein klein wenig geholfen zu haben. :-)
Marion

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Geo ⌂ @, Santiago de Chile, Freitag, 01. Mai 2020, 16:49 (vor 24 Tagen) @ Marion

Keine Frage, Marion:

sehr ilustrativ, hoffentlich melden sich andere ähnlich; man ahnt nicht wieviele Leute in eurer Situation sind.

Ich empfehle meinen Mietkunden immer spätestens in La Serena oder maximal Vallenar Wasser vollzutanken. Wer dies das lezte Mal nicht befolgte löste es aber ausgerechnet in San Pedro de Atacama, was wohl heute recht dicht ist.

Abgesehen von ob man wenigstens wildcampent einigermassen verweilen kann oder gar auch auf was offenes stösst, worüber man recht wenig hört, hab' ich junge Meldung vom Süden dass mein Camper nicht in die naheste Ortschaft (3 km weg, Malalcahuello) reingelassen wird um einzukaufen, müssen sich ca. 40 km weiter weg (Curacautín) eindecken. Die bereiten sich übrigens für ein Verweilen über 30 bis 40 Tage vor, ziehen somit durch den einziehenden Herbst/Winter in eine Hütte.

Schön ist es wenigstens in/um Monte Patria, und lauwarm.

Grüsse aus Santiago
Geo Gerd

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Don.Markus, Samstag, 02. Mai 2020, 00:01 (vor 23 Tagen) @ Geo
bearbeitet von Don.Markus, Samstag, 02. Mai 2020, 00:10

Das (…) Verweilen von 30 bis 40 Tagen (…) kann sich auch durchaus noch eine Weile hinziehen. Argentinien z.B. hält seine Grenzen/Flughäfen bis 1.9.2020 geschlossen. Quelle: Hajosiewer Daran könnten sich die Nachbarstaaten durchaus orientieren… Gutes Durchhalten allesamt ;-)

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Geo ⌂ @, Santiago de Chile, Sonntag, 10. Mai 2020, 20:21 (vor 15 Tagen) @ Marion

Nochmal eine kurze Ergänzung,

ich hab' inzwischen den erwähnten Camper zurückgeholt, von 770 km südöstlich von Santiago. Nur eine Tankstelle hatte weniger Zapfstellen offen, vermutlich eher durch Personal- als Spritmangel. Hin und zurück wurde ich rund 5-6 mal Temperatur gemessen, teils Panamericana teils Ortseinfahrten; machte keinen bemerkbaren Unterschied ob Dienstauto (kleiner Pickup) oder der (mittelgrosse) Camper, ein Gehupe kann ich nicht einschätzen ob jemand störte dass ich mit einem Camper unterwegs war (chilenische Nummer).

Von etwaigen Unterkünften im Norden bekam ich wieder eine zusätzliche Absage, geschlossen weil die kleine Ortschaft vor der Campingeinfahrt überwiegend durch ältere Leute - besonders Corona-gefährdet - bewohnt ist.

Grüsse aus Santiago
Geo Gerd

P.S.@Marion: vielleicht könnt ihr mich "aussenrum" (PN) anschreiben, falls ihr näher an Santiago verweilen wollt?

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globedriver, Montag, 18. Mai 2020, 18:15 (vor 7 Tagen) @ Geo

Wir fahren einmal in der Woche zum Einkaufen, einmal sogar zum Gastanken bis Rancagua 90 km. Es gab einmal eine allgemeine Fahrzeugkontrolle und bei Pichidegua wurde die Temperatur gemessen. Ansonsten geht es hier in O'Higgins ganz normal ab,abgesehen von den gelegentlichen Schlangen vor den Geschäften, der Maskenpflicht und den erhöhten Abständen in einigen Geschäften. Wir wurden bisher niemals angemacht, obwohl wir mit einem Alkoven-Fahrzeug unterwegs sind.

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Geo ⌂ @, Santiago de Chile, Montag, 18. Mai 2020, 21:34 (vor 7 Tagen) @ globedriver

Das ist sehr gut zu hören, Globedriver:

leider kommt diesbezüglich weiterhin fast nichts aus dem Norden.

Rapel ist sicher noch für eine Weile "geniessbar", wie auch unser entstehende Campingplatz in Santiago's Voranden, wo schon 5 ausländische Fahrzeuge Campen und 2 weitere untergestellt sind - im Prinzip somit die Grenze von 10 Leuten für die Ausnahmezustände erreicht. Sie wollten alle vom kalten, regnerischen Süden weg und natürlich möglichst weiter Richtung milden Temperaturen bzw. Grenzübergängen. Einzelne der nun bei uns Gestrandeten konnten vorige Woche im letzten Anlauf auf Santiago nicht mehr von der Panamericana runter, weder Richtung Anden noch Küste; und danach kam die hiesige Vollquarantäne dazu. Trotz dieser wurde inzwischen - unerwartet, für die Umstände... - der Dienstwagen noch weniger kontrolliert als ich vor 2 Wochen im Camper.

Ich versuche jetzt aus einer ca. 170 Mann starken Whatsapp-Gruppe von Gestrandeten - lange nicht alle in Wohnmobilen - bzgl. Norden schlauer zu werden; in der Gruppe wird aber sehr viel über anderes hin- und her"geschossen". Es soll auch eine weitere Gruppe geben von denen die erstmal davon absehen weiter- bzw. wegzukommen, wollen pseudo ausharren.

Grüsse aus der Quarantäne von Gross-Santiago
Geo Gerd

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