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Reifendruck auf Rüttelpisten (Sonstiges)

Iglmoos, Donnerstag, 12. Oktober 2017, 20:52 (vor 9 Tagen)

Hallo,

unser Crafter/Sprinter fährt auf BF Goodrich KO2 245/75 R 16. Er sollte vollbeladen mit 3,5 to (er wiegt tatsächlich ca 3,8 to) mit vorne 4,0 und hinten 4,5 bar gefahren werden.

Das ist auf Wellblechpisten selbst im Schritttempo nicht auszuhalten. Wir fahren zzt. mit ca. 3,2/3,5 bar(und das ist immer noch hart!).

Wie seht ihr das bzw. was sind eure Erfahrungen?
Wie tief kann man dauerhaft (d.h. über mehr als 500 km) gehen, ohne den Reifen kaputt zu machen (vom schnelleren Verschleiß brauchen wir nicht reden, das ist klar)?
Pumpt ihr die Reifen immer gleich wieder voll, wenn ihr auf Asfalt unterwegs seid?

Tipps bitte möglichst aufgrund eigener guter oder schlechter Erfahrungen. Danke und Gruß,
Hartmut

Reifendruck auf Rüttelpisten

Gringa, Freitag, 13. Oktober 2017, 11:29 (vor 9 Tagen) @ Iglmoos

Dies ist von Fahrzeug zu Fahrzeug unterschiedlich und auch je nach Reifenhersteller.
Als Beispiel. Wir mit LKW 11T, Reifen 385/ 65 22,5 haben von Bridgestone, Michelin Goodyear und jetzt Kumho verschiedene Reifen gefahren. Alle haben praktisch den gleichen Reifendruck vorgeschrieben. (Um die 9 Bar)
Auf Pisten haben wir den optimalen Reifendruck danach selber herausfinden müssen indem wir jeweils um die 0,5 Bar
abgelassen haben. Die Schläge auf die Aufhängung sind dabei sehr gut fühlbar und vermehren sich bei zu wenig Reifendruck auch wieder. So sind Unterschiede je nach Reifenhersteller von mehr als 2 Bar herausgekommen.
Weiteres Problem bis auf Kumho gehen alle Reifen erheblich in die Breite was (auch bei Michelin) zu aufgeschlitzten Reifenflanken geführt hat.
Kumho War bei uns der einzige Reifen bisher der mit 5 Bar auf Pisten sehr gut zu fahren ist.
In Sand kann er auch Problemlos auf 3 Bar abgesenkt werden ohne, dass er in die Breite geht.
Generell ist es also immer abhängig vom Fahrzeug selbst, die Zuladung, vom Reifenhersteller und natürlich vom Fahrer.
Wer auf Pisten zu langsam fährt wird wohl mit mehr Schlägen auskommen müssen.
Es bleibt also dabei, jeder muss seinen optimalen Reifendruck mit seinem Fahrzeug und seiner Fahrweise selber abstimmen.
Wer Luft ablässt kommt nach der Piste um das Pumpen nicht herum, dabei können aber etliche km problemlos auch mit tiefem Reifendruck zurückgelegt werden. Aber immer mit tiefer Geschwindigkeit, damit sich der Reifen nicht erhitzt und beschädigt wird. Wie lange dies ist muss jeder selber entscheiden.
Gruss Gringa

Reifendruck auf Rüttelpisten

Weinberger Christian ⌂ @, Freitag, 13. Oktober 2017, 22:27 (vor 8 Tagen) @ Iglmoos

Ich fahre einen Landrover Defender, Reisefertig vollbeladen inc. mein Gewicht wiegt er 3550 Kilogram. Ich bin gestartet mit dem klassischen 255/85/16, wie er in Europa auf solchen Fahrzeugen oft montiert wird. Am Beginn meiner Reise hab ich praktisch nur auf Sand Druck abgelassen, habe die Pisten mit vollem Druck befahren. - Normal auf Asphalt fahre ich so zwischen 3,4 und 3,7 Bar,Resultat war ein total zerschnittenes Profil und natürlich eine Rüttelei, das ich dachte der Landy fällt auseinander.
Später hab ich dann begonnen Druck abzulassen und zu experimentieren, für mich war es auf Pisten wie zb. Carretera Austral Ruta 40 im Norden Argentiniens etc. am angenehmsten mit vorne 2,1 Bar und hinten 2,2-2,3 Bar. Allerdings steigt mit sinkendem Reifendruck auch das Risiko eines Reifenschadens und das nicht nur an den Flanken, hier hatte ich nie eine Beschädigung. Insgesamt hatte ich auf 110000 Kilometer 10 platte Reifen. Davon 9 auf der Hinterachse. Davon 7 mit abgelassener Luft auf Pisten. Wenn du mit dem Vorderreifen über einen kleinen Stein fährst, dann reißt das Profil und die Umdrehungsgeschwindigkeit den Stein nach oben, bevor er wieder zu Boden kommt, bohrt er sich durch das Profil des sekundenbruchteile später anrollenden Hinterreifens. - Ist jetzt nur so meine Theorie, die mir aber andere Offroadfahrer auch bestätigt hatten - Wenn der Reifen voll aufgepumt ist, dann prallt so ein scharfer Stein eher ab, bei wenig Luft drückt er die Lauffläche ein und bohrt sich durch das Profil, ist mir sogar einmal bei einem neuen Reifen mit ca 1300 km Laufleistung passiert.
Bei Fahren mit wenig Luftdruck hat es aber andererseits neben der Reduzierung der Vibrationen auch das Profil weit weniger zerschnitten. Alles hat seine Vor und Nachteile.
bis 20 oder 25 Km/h halten sich die Rumpeleien in Grenzen, na ja, man soll eh die Landschaft genießen. bei 80 bis 85 Km/h reduzieren sich die Vibratioen auf Waschbrett dann auch ganz erheblich, der Reifen springt dann praktisch von Wellenoberkante zu Wellenoberkante. Allerdings ist dieser Speed nicht auf Kurvenreichen Strecken zu empfehlen, da sind dann höchste Konzentration und 2 feste Hände am Lenkrad erforderlich, ansonsten kann das auch böse enden.

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Reifendruck auf Rüttelpisten

IVECO Tony @, Wherever., Sonntag, 15. Oktober 2017, 20:19 (vor 6 Tagen) @ Iglmoos

Some tyre manufacturers sensibly recognise that there are different speed - road condition requirements and publish recommendations for the three main types - sealed road, gravel/dirt tracks and deep sand. Michelin is one.

Normal pressure load tables are formulated to protect the tyre from overheating when driving at maximum rated speed - often 120kmph. IF you reduce the speed to half that, then you can reduce pressure to something close to half AND drive for thousands of km without harming the tyre. Yes, uneven tyre wear will result, but in my experience is not a major concern and when driving on corrugated or potholed or rocky roads the reduction in damage to the vehicle is well worth a slight wear penalty. In addition, running the tyres at a lower pressure and reducing the speed accordingly, the chances of a rock or sharp-edged pothole causing major damage to the tyre is greatly reduced.

as an example, there is a file on the internet called The Rick Brake Rim Load Check and Tyre Pressure Calculator and a search should find it and although I don't use it, my figures derived from other sources agree quite well. Bad roads, let the tyres down (even 10psi can make a huge difference) slow down and let the tyres become part of the suspension by flexing over the road imperfections. I follow my advice on all my vehicles, including my 12 metre BigBus with 17 tonnes and three axles which has driven huge distances in Australia over corrugated roads you would not believe.

Of course if you let the pressure down when the road is bad, then either pump them back up again when the road gets better, OR just keep driving at the reduced speed until you can

--
Tony Lee
Photos at https://picasaweb.google.com/114611728110254134379
Travels map at https://spotwalla.com/tripViewer.php?id=5cfc50ef7ac22ca2d&hoursPast=2400&...

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